Partnerpraxis der Charité

Was tun bei…?


Harninkontinenz


Die Harninkontinenz ist ein sehr häufiges Problem, welches leider immer noch zu wenig angesprochen wird. Vor einer Therapie steht die genaue Abklärung und Unterscheidung zwischen der sogenannten Belastungsinkontinenz (Urinverlust bei körperlicher Aktivität, Husten, Niesen oder Lachen) und der Dranginkontinenz (häufiger und starker Harndrang, der dem Urinverlust vorausgeht). Im ersten Fall besteht die Behandlung zunächst in der Beckenbodengymnastik (Training des Schließmuskels), in der medikamentösen Therapie und erst bei fehlender Besserung in der Einlage eines Inkontinenzbandes (z.B. TVT-Schlinge) im Rahmen einer kleinen Operation. Die Dranginkontinenz kann durch Medikamente behandelt werden. In einigen Fällen liegen beide Arten der Inkontinenz gleichzeitig vor. Man spricht dann von einer Mischinkontinenz und behandelt in der Regel zunächst die Drangkomponente. Eine Harninkontinenz kann auch bei neurologischen Erkrankungen oder mechanischen Hindernissen, wie einer vergrösserten Prostata oder einer Harnröhrenenge auftreten.

Die Abklärung erfolgt durch die genaue Befragung, das sogenanntes Miktionstagebuch, in dem der Patient die Trinkmenge, Urinmenge bei jedem Toilettengang, starken Harndrang und Anzahl der Vorlagen über einige Tage bis Wochen protokolliert, die Urinuntersuchung, den Ultraschall und die Harnblasenspiegelung (Zystoskopie). Im Einzelfall sind Röntgenunter- suchungen, Messung des Blasendrucks und des Schließmuskeldrucks (Urodynamik) erforderlich.
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